Aus dem Leben eines Füllfederhalters

Aus dem Leben eines Füllfederhalters: Erschienen bei Shaker media, ISBN 978-3-86858-919-1, 100 Seiten, € 11,95

Eigentlich ist es der Füllfederhalter, welcher als Reporter Bericht erstattet. Der Schreiber hat nichts zu sagen, absolut nichts. Deswegen steht dieses Buch unter einem Motto. Sie finden es am Ende dieser Zeile, lesen sie einfach den weiter unten gedruckten Text:

Das Missverständnis ist meist
ein gut gepflegtes Ritual
in dieser unserer Welt.
Wir sind stets dabei.

Über das Buch eines Füllfederhalters,

Rückseite
Rückseite

welches ein Füllfederhalter mit diesem schrieb:

Die gerade beendete Reise bedurfte einer langen Vorbereitung. Zunächst unterzog sich der Füllfederhalter einer mehr als strengen und anstrengenden Vorbereitung. Bis zu fünfmal am Tag schrieb er in ein auf der Reise verschollenes Notizbuch den mehr legendären Ausspruch seines Schreibers: „Ich glaube das einfach nicht“. Weiter übte er täglich mindestens einmal, den Zeitbedarf für das Wechseln der Großraumtintenpatrone deutlich zu reduzieren. Oh ja, die Patronen und der für die Reise veranschlagte Bedarf. Unter ständig wechselndem Aussehen und an unterschiedlichen Orten, eine
perfekte Tarnung war für dieses Projekt mehr als wichtig, erstand der Füllfederhalter über einen Zeitraum von mehreren Jahren die als notwendig
erachtete Menge eben dieser Tintenpatronen. Beim Bedarf an Papier verhielt es sich ähnlich. Für die Papiermacher waren diese Jahre eine fürwahr goldene Zeit.

Das größte aller Probleme, zweifellos das Anheuern eines in Frage
kommenden Schreibers einschließlich seiner Anforderungen und der bei
ihm zu erwartenden Marotten. Genannt sei hier der ständig wechselnde
Wunsch nach ständig variierenden Getränken und der Maßgabe, all Wünsche sofort erfüllt zu bekommen: Kaffee ohne Ende, Mineralwasser, Earl Grey in ganzen Kannen und Rotwein, immer wieder Rotwein. Für den äußersten aller
Notfälle war gefordert, Riesling-Schorle in nicht unerheblichem Volumen
vorrätig zu halten. Zweifellos die größte aller Unarten beim gefundenen
Schreiber war die extreme Macke, diese so wichtige Arbeit des Nachts für einige Stunden zu unterbrechen und dafür den Wunsch nach Schlaf in die Verantwortung zu nehmen. Auch die mehrmalige Nahrungsaufnahme über den ganzen Tag, es war alles andere als einfach.

Fast gescheitert wäre das ganze Projekt fast an einem Ritual, dem der Schreiber hoffnungslos verfallen war und immer noch zu sein scheint.
Ebenfalls periodisch unterbrach er die Schreiberei mit der plumpen Ausrede, sich um die „Seine“ kümmern zu wollen, mit ihr ebenfalls Zeit zu verbringen.
Nun gut, es ist jetzt schließlich doch geschafft, dieses so wichtige Buchprojekt, trotz des Schreibers.

Was gibt es über das Resultat zu sagen? Es ist ganz einfach. Das Leben selbst kann kein Irrtum sein, da bin ich mir sicher. Nur die Missverständnisse, sie lauern überall. Auch dies weiß ich verbindlich und aus erster Hand. Um zu sehen, ob es in anderen Regionen auch so ist, nur deswegen habe ich mich mit dem Schreiber auf den Weg gemacht. Über das Erfahrene und Erlebte sei nur folgendes gesagt:

Das Missverständnis
ist meist
ein gut gepflegtes Ritual
auf dieser unserer Welt.
Ich bin stets dabei.

In diesem Sinn sei viel Spaß gewünscht beim Lesen,
dies wünschen ihnen

der Füllfederhalter und
der Peter Reuter.

Aus dem Leben eines Füllfederhalters

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